IAA 2011 in Frankfurt: Wechselkennzeichen soll Elektromobilität stärken

Die Internationale Automobils-Ausstellung (IAA) 2011 in Frankfurt am Main ist beendet – in diesem Jahr stand bei der Messe auch das Thema Elektromobilität im Vordergrund. Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) ließ sich bei einem Rundgang mit Bundesverkehrsminister Peter Ramsauer (CSU) umfassend über neue Elektroautos und alternative Antriebe informieren und zog ein positives Fazit: „Die Suche nach neuen, emissionsarmen Antriebstechnologien insgesamt ist weit fortgeschritten.“

„Die Branche zeigt: Sie bleibt am Puls der Zeit“, so Merkel weiter. In der Branche spiegele sich auch die aktuell günstige Konjunktur wieder – dies sei auch keineswegs selbstverständlich, da die Finanzkrise auch im Bereich der Automobilherstellung Einschränkungen gefordert hatte. Nicht zuletzt aufgrund ihrer Innovationskraft hätte die Branche die Probleme in kurzer Zeit in den Griff zu bekommen.

Etliche Automobilhersteller warben auf der IAA 2011 für ihre Modelle mit alternativem Antrieb – auch ein Kongress zum Thema „Elektromobilität 2011“ in Verbindung mit entsprechenden Fachveranstaltungen und Symposien stand auf dem Programm. Die Regierung will der Elektromobilität auch mit zusätzlichen Kaufanreizen unter die Arme greifen: „Für diejenigen, die ein Elektroauto als Zweitwagen nutzen, wird ein Wechselkennzeichen eingeführt. So sparen sie eine Versicherungsprämie“, sagte die Bundeskanzlerin auf der IAA 2011 und bekräftigte damit abermals die bereits feststehenden Pläne zur Einführung des Wechselkennzeichens.

Wechselkennzeichen: Versicherungsersparnis ja – Steuervorteil nein

Bezüglich einer Steuerersparnis für Zweitwagen mit Wechselkennzeichen ließ sie jedoch auch auf der IAA 2011 in Frankfurt nichts verlauten. Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble hatte dies abgelehnt, da die fehlenden Einnahmen aus der KFZ Steuer ein großes Loch in die Haushaltskasse reißen würden. Damit werden Autofahrer wohl einzig bei der KFZ Versicherung von einem Wechselkennzeichen profitieren können. Als erstes kündigte der ADAC an, eine entsprechende Police zu entwickeln, etliche andere Versicherer zogen nach.

Da wohl auch für Fahrzeuge mit Wechselkennzeichen die volle KFZ Steuer gezahlt werden muss, bleibt Autofahrern nur die Option, eine möglichst günstige KFZ Versicherung zu finden. Das große Sparpotenzial wird hingegen nicht offeriert – obwohl das System mit Steuervorteilen in Österreich und der Schweiz reibungslos funktioniert. In Deutschland beraubt man das Wechselkennzeichen dadurch in jedem Fall einen Groß0teil seiner Attraktivität – ob die Fahrzeughalter das Angebot trotzdem im großen Stil annehmen, bleibt abzuwarten.