Wechselkennzeichen: KFZ Steuer kann zum Knackpunkt werden

Im Sommer 2011 soll das Wechselkennzeichen nach den Wünschen von Verkehrsminister Peter Ramsauer (CSU) eingeführt werden. Doch den ursprünglich angedachten Regelungen für das variable Nummernschild droht eine zunehmende Verwässerung – besonders in Hinblick auf Versicherung und KFZ Steuer. Das könnte das Aus für die Idee bedeuten.

Die anfänglichen Planungen zum Wechselkennzeichen besagten, dass dieses Nummernschild für bis zu drei Fahrzeuge genutzt werden könne. Diese Grundidee steht noch immer. Doch der eigentliche Clou dieser neuen Variante manifestierte sich in zwei anderen Fakten: So sollten nur für das Fahrzeug mit der höchsten Typklasse Versicherungsbeiträge fällig werden. Und vor allem sollte auch nur dieses Auto besteuert werden. Aufgrund dieser Anregungen erfreute sich die Idee von einem Wechselkennzeichen großer Beliebtheit bei den Autofahrern. Doch gerade diese beiden Punkte werden nun voraussichtlich doch nicht in ihrer angedachten Form umgesetzt und könnten die Pläne des Verkehrsministeriums scheitern lassen.

Finanzminister will an KFZ Steuer für jedes Fahrzeug festhalten

Denn würde es keine finanziellen Vorteile für die deutschen Autofahrer bei Versicherung und KFZ Steuer für Autos mit Wechselkennzeichen geben, ist davon auszugehen, dass diese neue Option deutlich weniger frequentiert wird. Zumal die Tatsache, dass jeweils nur eines der über ein Wechselkennzeichen versicherten Fahrzeuge genutzt werden darf, weiterhin bestehen bleibt. Auch für die nicht nutzbaren Autos den vollen Steuersatz zahlen zu müssen, wäre für Fahrzeughalter in höchstem Maße unattraktiv.

Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) will in Hinblick auf die Haushaltskasse der Bundesrepublik in jedem Falle an einer vollen Besteuerung festhalten. Der fraktionsübergreifende Parlamentskreis „Automobiles Kulturgut“ hält es für möglich, dass dies das Ende für das Wechselkennzeichen bedeuten könne.

Wechselkennzeichen: GDV will jedes Fahrzeug einzeln versichern

In Hinblick auf die Versicherung wendet man sich von den ursprünglichen Plänen ab. Die vor allem vom Allgemeinen Deutschen Automobilclub (ADAC) geforderte Versicherungsform, bei der nur für das Auto mit der höchsten Typklasse Beiträge gezahlt werden müssten, wird es so wohl nicht geben. Beim Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) geht man davon aus, dass jedes Fahrzeug einzeln tarifiert werden müsse. Es ist zwar angedacht, individuelle Tarifangebote zu erstellen, die kostenlose Versicherung von Zweitwagen über das Wechselkennzeichen werde es jedoch nicht geben.

Der erhoffte Konjunkturschub durch das Wechselkennzeichen wird unter diesen neuen Voraussetzungen wohl ausbleiben. Das Institut für Automobilwirtschaft (IFA) war davon ausgegangen, dass durch die Einführung von einem Wechselkennzeichen bis zu 90.000 Neuwagen zusätzlich verkauft würden. Durch diese Mehreinnahmen, hätte laut IFA der Steuerverlust ausgeglichen werden können. Erst der Gesetzentwurf vom Verkehrsministerium wird wohl endgültig Klarheit darüber schaffen, wann und in welcher Form das Wechselkennzeichen eingeführt wird.